Die einzige katholische Notkirche
So geht die Geschichte von St. Lioba in Hagen-Haspe:
Sie ist eine Diasporakapelle von
» Otto Bartning, ursprünglich erbaut für die Gemeinde Wachtendonk im Kreis Kleve, am Niederrhein. Baubeginn war im Mai 1952 und schon am 28.09.1952 wurde sie eingeweiht. Als die Wachtendonker sich vergrößerten, gaben sie das alte Gotteshaus ab. Das entsprechende Inserat las ein Kirchenvorstand von St. Bonifatius in Haspe. 1986 wurde die Kirche in Wachtendonk penibel zerlegt, alle Teile gekennzeichnet und in Fotos und Plänen festgehalten und anschließend in Haspe wieder aufgebaut, originalgetreu, aber mit kleinen Änderungen. Am 08.02.1987 wurde die Notkirche in Hagen-Haspe eingeweiht. "Die Lioba-Kapelle ist die einzige Bartning-Kirche, die heute katholisch ist", konstatiert Thomas Dörr vom Kirchenvorstand stolz. Bänke, Leuchten und Fenster sind noch original erhalten; die Fenster sind farblos verglast, das entsprach dem Konzept von Otto Bartning, der mit seiner Architektur ein "Bekenntnis zu der aus der Armut erwachsenden geistigen Freiheit" schaffen wollte.
Otto Bartning gilt als bahnbrechender Architekt der Moderne und als bedeutendster Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Der Bauhaus-Mitbegründer ist der Erfinder der Notkirchen, die er angesichts der zerstörten Gotteshäuser und heimatlosen Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg im Baukastensystem entwarf. Diese Sakralbauten sollen Welterbe werden. Nach 1945 kamen zahlreiche protestantische Vertriebene und Flüchtlinge nach Deutschland. Und für diese wurden Kirchen benötigt, als Versammlungsraum, zur Gottesdienstfeier.
Serienbauten in Holzständerkonstruktion
Eine Versetzung von Bartning-Kirchen wird durch ihre Bauweise erleichtert. Der Architekt entwarf seine Notkirchen als Serienbauten in Holzständerkonstruktion. Das hatte nicht nur finanzielle Gründe. Die Notkirchen sollten den Christen in der physisch und psychisch verwüsteten Gesellschaft nach 1945 eine spirituelle Heimat bieten und dabei bewusst bescheiden auftreten. Sie wurden durch internationale Solidarität seitens des Lutherischen Weltbundes finanziert, ein Zeichen der Versöhnung und des Neuanfangs. Die Diasporakapellen sehen aus wie ein Zelt: ein Zelt in der Wüste, das der Gemeinde Obdach bietet. Viele Notkirchen wurden in den 70er und 80er Jahren abgerissen. Mit dem Welterbe-Antrag möchte die "Otto Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau" das Bewusstsein für die Bedeutung des sakralen Flächendenkmals stärken.
Neue Nutzung gesucht
Ob sie sich an der Welterbe-Initiative beteiligen, lassen die Hasper vorerst offen, "weil nicht absehbar ist, was an Pflichten und Kosten auf uns zukommt" schildert Thomas Dörr und ergänzt: "Ich würde das befürworten." Schon lange werden in St. Lioba keine Messen oder Andachten mehr gefeiert, in 2015 und 2016 diente sie als Flüchtlingstreffpunkt, 2019 hat die Künstlerin Anja Riehl dort ausgestellt. Das Gebäude kann durch die Vermietung der
» Lioba-Stube im Untergeschoss unterhalten werden. Eine zukunftsfähige Nutzung sucht man noch.
(Auszüge aus WP, 06.04.2019, Dr. Monika Willer):

Die Lioba-Kapelle: Aussenansicht von Nord-Westen

Die Lioba-Kapelle: Aussenansicht von Nord-Osten

Die Lioba-Kapelle: Aussenansicht von Osten

Die Lioba-Kapelle: Aussenansicht von Süd-Osten, unten der Eingang zur "Lioba-Stube"

Die Lioba-Kapelle: Aussenansicht von Süden, unten der Eingang zur "Lioba-Stube"

Die Lioba-Kapelle: Aussenansicht von Süden, unten der Eingang zur "Lioba-Stube"

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht, mit Altar, Orgel und Kirchenschmuck

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht (hier zur Ausstellung Anja Riehl)

Die Lioba-Kapelle: Innenansicht (hier zur Ausstellung Anja Riehl)
Es tut sich etwas in der Lioba-Kapelle:
Eine
afrikanische Gemeinde (seit Januar 2020) und eine
rumänisch-orthodoxe Gemeinde (seit Oktober 2025) nutzten die Lioba-Kapelle für ihre Gottesdienste.
Eine
Gruppe Erwachsene (Handfest) aus der Gemeinde hat sich mit dem Pastoralteam getroffen und möchte die Lioba-Kapelle wieder beleben. Es sollen vermehrt (Wort-) Gottesdienste und andere Veranstaltungen in und an der Kapelle stattfinden.
Der Treffpunkt "Kinderkiche" soll vermehrt in der Lioba-Kapelle stattfinden.
Januar 2024:
"Hochwasseralarm" an der Lioba-Kapelle auf dem Spielbrink:
Das Dach ist undicht, es regnet herein und zerstört einen Teil des Holzfußbodens im Inneren der Kapelle. Das Dach wird von ehrenamtlichen Helfern provisorisch abgedichtet. Schnell wird klar, dass die Kirchengemeinde eine Reparatur des Daches, des Fußbodens und der beiden Giebelfenster, die auch in einem schlimmen Zustand sind, nicht alleine finanziell stemmen kann.
Der Kirchenvorstand schreibt einen Brandbrief an das Erzbischöfliche Generalvikariat nach Paderborn und bittet um finanzielle Unterstützung. Dies wird in Paderborn direkt abgelehnt. Die Lioba-Kapelle sein kein "betriebsnotwendiges" Gebäude mehr. Für die Finanzierung der Reparaturen (ca. 65.000 Euro geschätzt), müsse die Kirchengemeinde alleine aufkommen. Und das, obwohl im Jahre 1987 der Aufbau und Betrieb seitdem noch mit Kirchensteuermitteln ermöglicht wurde. Eine Aussage dazu, unter welchen Umständen das Gebäude zurück in den "Besitz" der Kirchengemeinde kam, gab es nicht. Damals war, ohne Beteiligung oder gesonderte Information des Kirchenvorstandes bzw. der Kirchengemeinde, die Lioba-Kapelle durch einen einzelnen Hauptamtlichen als "Nicht-Betriebsnotwendiges" Kirchengebäude in Paderborn "abgemeldet". Erst nach vielen Jahren, als sich der Bauzustand des Gebäudes wesentlich verschlechtert hatte, wurde die Kirchengemeinde davon in Kenntnis gesetzt.
April 2026:
Seit einigen Tagen ist die Lioba-Kapelle auf dem Spielbrink eingerüstet. Die Kapelle, die im Jahr 1987 hier in Haspe aufgebaut wurde und eigentlich aus dem Jahr 1952 und aus Wachtendonk am Niederrhein stammt, und früher evangelisch und jetzt als einzige Bartning-Kapelle in Deutschlang katholisch ist, bekommt eine neue Dachhaut.
Gleichzeitig werden im Turm Balken ausgetauscht, die Glockenaufhängung geprüft und eine neue Blitzschutzanlage errichtet. Außerdem werden Ehrenamtliche die große Giebelwand neu streichen, um diese Holzwand vor der Witterung zu schützen.
Wann die großen Giebelfenster auch noch erneuert werden, steht aus finanziellen Gründen noch in den Sternen.
Der Versuch, beim Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn noch finanzielle Zuschüsse zu bekommen, schlug mehrfach fehl Selbst ein persönliches Gesräch einiger engagierter Gemeindemitglieder mit Mitarbeitern der Finanzabteilung in Paderborn brachte keine neuen Erkenntnisse. Die Lioba-Kapelle war vor vielen Jahren vom damaligen Pfarrer als "Nicht-Kirchennotwendiges Gebäude" in Paderborn abgemeldet worden, ohne dass der Kirchenvorstand dazu gehört, beteiligt bzw. informiert wurde.
Der Kirchenvorstand und der Bauverein St. Bonifatius setzen mit der Dachhauterneuerung ein weiteres starkes Zeichen zum Erhalt der Kapelle und zur weiteren Nutzung als Gottesdienst- und Versammlungsraum in unserer Gemeinde.
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Weitere Info's zur Lioba-Kapelle finden Sie hier:
» Lioba-Kapelle bei Otto Bartning Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau e.V.
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So finden Sie den Weg zur Lioba-Kapelle:
» FALK Stadtplan
» Google Maps
Unsere Lioba-Kapelle liegt in einer

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Beachten Sie gegenüber in Fahrtrichtung "bergab" die Geschwindigkeitskontrolle!
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